Das Syndrom der unruhigen Beine oder auch Restless-Legs-Syndrom (RLS) äussert sich in unangenehmen Empfindungen in den Beinen. Es besteht ein erheblicher Bewegungsdrang, um die Symptome zu lindern. Ein RLS tritt vor allem abends und während der Nacht auf und bessert sich, wenn der Patient das Bett verlässt und sich bewegt. Sehr selten sind auch die Arme betroffen.

Die Diagnose eines RLS erfolgt anhand der klinischen Symptomatik mit vier Kriterien:

  1. Bewegungsdrang der Beine.
  2. Unangenehme Empfindungen in Ruhe.
  3. Bewegung, Laufen und Dehnen bessern die Symptome.
  4. Die Symptome sind abends oder in der Nacht stärker.

Das RLS kann zu Ein- und Durchschlafstörungen mit resultierender Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Depressionen führen. Die Intensität der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein. Ein RLS tritt häufiger bei Erwachsenen und im Alter auf, wird aber auch schon im Kindesalter beobachtet.

Symptome

Viele Patienten haben Schwierigkeiten, das Gefühl in den Beinen bei einem RLS zu beschreiben. Häufig werden die quälenden Empfindungen als Brennen, Kribbeln, Drücken, Stechen, krampfartige oder reissende Schmerzen, Ziehen usw. beschrieben. Die Beschwerden treten hauptsächlich abends und in Ruhe auf, also beispielsweise beim Sitzen vor dem Fernseher oder beim Zubettgehen. Die Beschwerden bessern sich vorübergehend bei körperlicher Aktivität oder bei Dehnübungen.

Ursachen des RLS

Die genaue Ursache des RLS kann meist nicht gefunden werden, man spricht von einem idiopathischen RLS. Bekannte Ursachen des RLS sind:

  • Störungen im zentralen Eisen- und Dopaminsystem
  • Genetischer Hintergrund
  • Schwere Nierenerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankung
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Unerwünschte Wirkung von Medikamente (Neuroleptika, Antidepressiva, etc.)

Als Risikofaktoren für die Entstehung eines RLS gelten Schwangerschaft insbesondere im dritten Drittel, Zuckerkrankheit, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) und neurologische Erkrankungen wie die Polyneuropathie.

Diagnose des RLS

Die Diagnose eines RLS erfolgt aufgrund der Erzählung des Patienten anhand der vier oben erwähnten Kriterien. Blutuntersuchungen sowie Untersuchung der Funktionen der Nerven sind je nach Beschwerdebild nötig.

Zu den möglichen Differentialdiagnosen gehören eine Akathisie (Sitzunruhe als unerwünschte Wirkung von Medikamenten), nächtliche Wadenkrämpfe, Beinschmerzen, ADHS, eine Polyneuropathie und Gefässerkrankungen.

Behandlung des RLS

Falls das Syndrom als Folge einer anderen Erkrankung auftritt, also sekundär ist, sollte die Ursache behandelt werden. So wird beispielsweise bei einem Eisenmangel orales oder intravenöses Eisen verabreicht. Verursachende Medikamente sollten, falls möglich, abgesetzt oder gewechselt werden.

Die medikamentöse Therapie des RLS ist rein symptomatisch. Zum Einsatz kommen Medikamente, die auch bei Morbus Parkinson wirksam sind und den Botenstoff Dopamin im Rückenmark verstärken. Die dopaminerge Behandlung gilt als Therapie der ersten Wahl bei leicht bis mittelgradig ausgeprägtem RLS.

Stehen die Schlafstörungen im Vordergrund, so kommen schlaffördernde und muskelentspannende Medikamente zum Einsatz. Zahlreiche weitere Arzneimittel werden bei besonderem Bedarf zur Behandlung eingesetzt.

Körperliche Bewegung, Dehnübungen und Massage können die Beschwerden manchmal vorübergehend lindern. Auch Übungen während des Tages wirken sich bei manchen Fällen günstig aus. Eine gute Schlafhygiene wird empfohlen: Abends auf schwere Mahlzeiten, Alkohol und Nikotin verzichten, sich müde machen, kein Mittagsschlaf, Einschlafrituale entwickeln, abgedunkeltes Schlafzimmer, kein Handy oder Wecker am Bett.