Ausreichend erholsamer Schlaf ist für den Menschen wichtig. Schlafstörungen umfassen Ein- oder Durchschlafstörungen (Insomnien) sowie den nicht erholsamen Schlaf. Daneben gibt es Patienten, die anfallsartige nächtliche Besonderheiten wie das Schlafwandeln oder eine Schlafapnoe zeigen. Es gibt auch Menschen, die immer müde sind und zu viel schlafen (Hypersomnien). Ungenügender, gestörter oder vermehrter Schlaf beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit am Tag.

Warnsymptome

Insomnien treten bei neurologischen Erkrankungen häufig auf. Sie können eine direkte Folge der neurologischen Erkrankungen sein oder infolge von Schmerz, Depression, Schlafstörungen oder Medikation begleitend auftreten. Dauern die Ein- und Durchschlafstörungen länger als drei Monate an oder tritt sehr unruhiger Schlaf mit Atemaussetzern und andere auffälligen motorischen Phänomenen auf, so sollten diese neurologisch und manchmal auch im Schlaflabor abgeklärt werden.

Symptome

Nicht genügend oder keinen ungestörten Schlaf zu finden senkt die Leistungsfähigkeit am Tag. Nicht-erholsamer Schlaf führt zu Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit. Konzentrationsstörungen und Erinnerungslücken können auftreten. Gereiztheit, Angst und Depression sind häufige Folgen. Schlaflosigkeit kann in den persönlichen Beziehungen, im Beruf, im Alltag zu Problemen führen.

Was will der Arzt wissen?

Ist es eine Ein- oder Durchschlafstörung in der Nacht? Seit wann liegen die Schlafstörungen vor? Besteht eine Tagesmüdigkeit mit Einschlafen am Tage? Spricht, schreit oder schlägt der Patient im Schlaf um sich? Hält der Patient einen Mittagsschlaf? Schnarcht der Patient, hat er Atempausen? Hat der Patient brennende Gefühle in den Beinen im Bett, so dass er aufstehen muss?

Diagnostik

Die Diagnose von Schlafstörungen erfolgt durch eine genaue Anamnese. Es ist hilfreich, wenn ein Schlaftagebuch geführt wird. Mit standardisierten Schlaffragebögen kann eine gezielte Befragung erfolgen.

Diagnostisch kann die Aktigrafie dazu beitragen, zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen zu detektieren

Aus differenzialdiagnostischen Gründen und zur Bestimmung der Schlafdauer kann im Schlaflabor die kardiorespiratorische Polysomnografie eingesetzt werden. Dabei werden der Schlaf, Atmung und Herz-Kreislauf sowie Bewegungen im Schlaf überwacht. Eine Störung, die im Schlaflabor aufgedeckt werden kann, ist die REM-Schlafverhaltensstörung (REM sleep behavioral disorder, RBD). Sie kann ein Frühsymptom des Morbus Parkinson sein. Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall und sollten behandelt werden, da sie zu starker Tagesmüdigkeit führen können.

Häufige Ursachen für Schlafstörungen

  • Alter, Wechseljahre
  • Reizüberflutung, Menschen leben gegen ihre innere Uhr
  • Umstellung des normalen Tagesablaufs, z.B. durch Schichtarbeit, Jet Lag
  • Körperliche und geistige Anspannung
  • Ungünstige Schlafgewohnheiten
  • Schlafbehindernde Gedanken
  • Befürchtungen aufgrund der Schlafstörung krank zu werden
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom
  • Erkrankungen, z.B. mit Schmerzen
  • Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Demenzen
  • Schweres Essen am Abend
  • Coffeinhaltige Getränke wie Coca-Cola, Energy Drinks kurz vor dem Schlafengehen
  • Medikamente

Behandlung und Massnahmen

Schlaf kennt viele Varianten des Normalen und ist altersabhängig. Es gibt viele falsche Überzeugungen über den Schlaf. Bevor ein Schlafmittel verordnet wird, erfolgen deshalb eine Aufklärung über den Schlaf an sich und eine Beratung zur Schlafhygiene. Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die schlechten Schlaf verursachen, sollten zugunsten eines schlaffördernden Verhaltens geändert werden. In manchen Fällen wird eine Verhaltenstherapie (kognitive behaviorale Therapie CBT) oder das Erlernen eines Entspannungsverfahrens empfohlen.

Schlafmittel (Hypnotika) sollten nur vorübergehend eingesetzt werden. Wichtig bei der Auswahl der Medikamente sind die Ursachensuche und die Behandlung von zugrunde liegenden Erkrankungen.

Jede als Schlafmittel eingesetzte Substanz hat ihren eigenen Wirkcharakter, vor allem aber auch spezifische Risiken und Nebenwirkungen. Die Auswahl richtet sich nach dem Schweregrad und der Art der Schlafstörung. Auch das Alter des Patienten ist bedeutend und erfordert eine sorgfältige Risikoabwägung.

www.sleepassociation.org