Man unterscheidet zwei Arten von Schlaganfällen. Erstens Durchblutungsstörungen, hierbei wird eine Arterie im Gehirn durch einen Blutpfropfen verstopft (Embolie, Thrombose). Zweitens Hirnblutungen, hierbei kommt es zu einem Bluterguss ins Gehirn durch Platzen eines Blutgefässes. Die wichtigsten Risikofaktoren des Hirnschlags betreffen deshalb die Blutgefässe. Kann man etwas zur Vorbeugung von Schlaganfällen tun? Ja!

Die Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall sind:

  • Alter
  • Erhöhter Blutdruck
  • Rauchen
  • Zuckererkrankung (Diabetes mellitus)
  • Erhöhte Blutfette und Cholesterin
  • Bewegungsmangel
  • Ungünstige Ernährungsgewohnheiten (z. B. übermässiger Alkoholgenuss)

Viele der genannten Punkte sind sowohl vorbeugend als auch nach einem stattgehabten Schlaganfall gut beeinflussbar. Sie sind für ca. 70-80% der Schlaganfälle verantwortlich. Das Alter lässt sich leider nicht beeinflussen. Wenn man jedoch die vorigen Punkte beachtet und regelmässige Kontrollen durchführen lässt, sinkt das Schlaganfallrisiko dramatisch.

Warnsymptome eines Schlaganfalls

  • Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung auf einer Körperhälfte (Gesicht, Arm, Bein)
  • Plötzliche Blindheit (oft nur auf einem Auge oder in eine Blickrichtung)
  • Sprachstörungen und Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
  • Heftiger Schwindel mit Gehunfähigkeit
  • Plötzlicher, ungewöhnlicher, heftigster Kopfschmerz

Was will der Arzt wissen?

Im Vordergrund stehen die aktuelle Beschwerden des Patienten, ihr Beginn und ihre Entwicklung. Die Frage nach aktuellen Begleit- und wichtigen Vorerkrankungen wird gestellt. Sind Herz- und Gefässerkrankungen in der Familie bekannt? Auch die Todesursache der Eltern ist von Interesse.

Diagnostik bei Schlaganfall

Die Untersuchung der das Gehirn versorgenden Gefässe erfolgt heute in erster Linie mit dem Ultraschall. Veränderungen an den Gefässwänden, die möglicherweise zu einer Bildung von Blutgerinnseln führen können, werden gesucht. Schädel-MRI und weitere spezialisierte Bildgebung des Gehirns und der Gefässe erfolgen bei Bedarf in der Neuroradiologie der Hirslanden-Klinik. Ist eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend, so werden die Gefässe mit modernen Operationstechniken wieder durchgängig gemacht (Thrombendarteriektomie / Stentimplantation).

Häufige Ursachen des Schlaganfalls

Verkalkungen (Arteriosklerose), Entzündungen, Veränderungen der Gefässwände (Dissektionen, Aneurysmata, Fisteln) können zu einer Minderversorgung des Gehirns mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen bis hin zum Schlaganfall führen.

Von allen Risikofaktoren für einen Hirnschlag ist ein hoher Blutdruck, die arterielle Hypertonie, der gefährlichste. Zur Vorbeugung von Gefässverkalkung, der Arteriosklerose, trägt die Senkung des erhöhten Blutdrucks am wichtigsten mit bei. Durch einen gesunden Blutdruck (Werte dauerhaft nicht über 130/90 mm Hg) könnten etwa die Hälfte aller Schlaganfälle vermieden werden.

Im fortgeschrittenen Alter ist das Vorhofflimmern des Herzens eine weitere wichtige Ursache für einen Schlaganfall. Im Vorhof können Blutgerinnsel entstehen, die mit dem Blutfluss in die Gehirngefässe geschwemmt werden und diese verstopfen. Anzeichen für Vorhofflimmern können unregelmässiger Puls, Herzstolpern, Herzrasen oder Atemnot sein.

Behandlung und Vorbeugung des Schlaganfalls

Gesunde Lebensgewohnheiten und eine bewusste Ernährung (Schlagwort « mediterrane Kost«) senken das Risiko für die Entstehung der arteriellen Hypertonie und erhöhter Blutfettwerte und auch der Zuckerkrankheit, des Diabetes mellitus. Liegen diese Erkrankungen vor, so ist es wichtig, sie möglichst gut zu behandeln und zu kontrollieren.

Regelmässige ärztliche Untersuchung, ab einem gewissen Alter und bei bestimmten Risikogruppen auch regelmässige Gefässuntersuchungen (zum Beispiel Ultraschalldiagnostik sind sinnvoll und angezeigt. Ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Rauchen sind von grösster Bedeutung und senken das Schlaganfall-Risiko immens.

Die Behandlung eines Schlaganfalls erfolgt im Spital. Je rascher die Akutbehandlung beginnt, umso besser! Dort wird das verstopfte Gefäss wenn möglich wieder eröffnet (Thrombolyse, Thrombektomie). Je schneller es gelingt, die Region wieder gut zu durchbluten, desto weniger Nervenzellen sterben ab und desto geringer ist der bleibende Schaden.

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